DIE GRÜNEN Plus

Debatte über Citymaut mahnt zum Handeln

(6.6.2018)

Stadträtin Maringer fordert 100-Euro Ticket und zum wiederholten Mal Ausbau des öffentlichen Verkehrs

Purkersdorfs Umwelt-Stadträtin Christiane Maringer begrüßt den mutigen Vorstoß der Wiener Vizebürgermeisterin eine Citymaut zur Debatte zu stellen: „Um die vielfach belastende Situation durch den motorisierten Individualverkehr zu entspannen braucht es radikale Schritte.“ Bisher gäbe es an etlichen Stellen positive Maßnahmen, die aber vereinzelt bleiben und kein Konzept für einen Vorrang für den öffentlichen Verkehr erkennen lassen. „Entscheidend ist, dass Niederösterreich jetzt Maßnahmen setzt um so einen Schritt sozial verträglich und für die PendlerInnen praktikabel zu machen.“

Für unsere Region bedeutet das die Einführung eines Halbstunden-Taktes im Zugsverkehr auch in den späten Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen und – ganz entscheidend – auch für die Orte jenseits Pressbaums. SRin Maringer: „Die notwendige Infrastruktur dafür ist vorhanden. Die Schiene ist lange nicht ausgelastet und im Zubringerverkehr durch Busse ist viel Luft nach oben! Wir fordern die Einstellung von Großbauprojekten wie der Waldviertel Autobahn, dem Lobau Tunnel und der 3. Piste. Die frei werdenden Mittel können im ÖV deutlich sinnvoller verwendet werden.“

Milliardenpro­jekte

Der Lobautunnel kostete für die Vorarbeiten bereits 45 Millionen Euro und wird weitere 1,4 Milliarden verschlingen (ASFINAG – Standard, 6.7.2017). Über die Waldviertel Autobahn spricht der zuständige Landesrat neuerlich von einem Milliardenprojekt (orf, 23.5.2018). Zusätzlich entspricht keines der Projekte dem längst geändertem PendlerInnenver­halten, das weg vom Auto geht – so das möglich ist. Das besagt ein Gutachten der TU bereits im November 2012(!). Die projektierten Gelder können sowohl in zusätzliches Personal, wo nötig in neues Wagenmaterial als auch in eine neue Kostenaufteilung investiert werden.

Ein einheitliches 100-Euro-Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel niederösterre­ichweit spart den NutzerInnen komplizierte Automatenbedienung genauso wie Unsicherheit welche Vorteilskarte wo gilt. Den Bereitstellern gleichzeitig umfangreichen administrativen Aufwand.

„Es hängt vom Willen ab!“

„Sieht man sich die Kosten an, die nur für die beiden genannten Straßenbauprojekte eingesetzt werden, darf man entschieden klarstellen: das Geld für ein Hundert-Euro Ticket ist genauso da, wie für mehr und dichteren Öffi-Verkehr. Wieder mal hängt es nur vom Willen der Regierungsparteien aller Ebenen ab, die Mittel entsprechend einzusetzen,“ meint Maringer abschließend.


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